Die großen Verbände
Der Deutsche Schützenbund (DSB) steht für die olympischen und traditionellen Disziplinen. Der Bund Deutscher Sportschützen (BDS) bietet zusätzlich viele Großkaliber- und dynamische Disziplinen. Unser Verein ist in beiden Verbänden organisiert.
Präzisionsschießen
Ruhe, Atmung und Abzugskontrolle stehen im Mittelpunkt — mit Luftdruck auf 10 Meter, Kleinkaliber auf 25 und 50 Meter oder Großkaliber auf 25 Meter. Ideal für Einsteiger und alle, die Konzentration lieben.
Schnellfeuer und Sportpistole
Mehrere Schüsse in kurzer Zeit auf Wendescheiben oder Serien. Gefordert sind Technik, Rhythmus und schnelle Zielerfassung.
Dynamisches Schießen und IPSC
Parcours mit Bewegung, Magazinwechsel und mehreren Zielen auf Zeit. Präzision und Tempo zählen gleichermaßen. Für IPSC sind besondere Sicherheitsqualifikationen vorgeschrieben.
Langwaffen-Disziplinen
Vom Kleinkalibergewehr über Unterhebelrepetierer bis zum Long Range. Über unsere Partnerstände sind auch 300-Meter-Distanzen und Trap möglich.
Die richtige Disziplin finden
Probieren Sie verschiedene Disziplinen im Vereinstraining aus. Unsere Trainer helfen bei der Wahl — sie ist auch für Ihren späteren Bedürfnisnachweis wichtig.
Warum die Disziplin über die Waffe entscheidet
Das Waffenrecht knüpft das Bedürfnis eines Sportschützen nicht an den Wunsch nach einer bestimmten Waffe, sondern an eine Disziplin. Nach § 14 Abs. 2 WaffG muss die Waffe für eine Disziplin nach der genehmigten Sportordnung eines anerkannten Schießsportverbands zugelassen und erforderlich sein. Der Verband bescheinigt das, der Verein bestätigt das regelmäßige Training. Eine Waffe, die in keiner Ihrer Disziplinen vorkommt, wird in der Regel nicht eingetragen.
Praktisch heißt das: Wer eine halbautomatische Pistole in 9 mm erwerben möchte, muss eine Disziplin schießen, in der genau dieser Waffentyp vorgesehen ist. Wer später einen Revolver oder eine Büchse hinzunehmen will, braucht dafür eine weitere passende Disziplin. Die Sportordnungen von DSB und BDS sind nach § 15 WaffG genehmigt und öffentlich einsehbar. Lassen Sie sich vor dem Erwerb im Verein beraten, welche Disziplin zu welcher Waffe führt.
Ausrüstung je Disziplin im Vergleich
Die Anforderungen an die Ausrüstung unterscheiden sich deutlich. Im Präzisionsschießen mit der Luftpistole genügen Waffe, Schutzbrille und eine ruhige Hand; Gehörschutz ist nicht nötig, aber auf Mehrzweckständen üblich. Kleinkaliber- und Großkaliberdisziplinen verlangen Gehör- und Augenschutz, Munition und bei eigener Waffe einen zugelassenen Transportbehälter. Für Langwaffen kommen Schießriemen, Auflagen oder Zielfernrohr hinzu, je nach Reglement.
Dynamische Disziplinen stellen die höchsten Anforderungen: Holster mit Sicherung, Magazintaschen, mehrere Magazine, Gürtel und Kleidung, in der sich sicher bewegen lässt. Bevor Sie in Ausrüstung investieren, schießen Sie die Disziplin mit Vereinswaffen und geliehener Ausstattung. In Zerbst stehen Vereinswaffen für Mitglieder kostenfrei bereit, Gehör- und Augenschutz werden gestellt. So wird aus Interesse eine fundierte Entscheidung statt eines teuren Fehlkaufs.
- Luftdruck: Waffe, Schutzbrille, Scheiben
- Kleinkaliber und Großkaliber: zusätzlich Gehörschutz und Munition
- Langwaffe: Riemen, Auflage oder Optik nach Reglement
- Dynamisch: Holster, Magazintaschen, mehrere Magazine, Gürtel
- Eigene Waffe: Transportbehälter und WBK stets dabei
Vom Vereinstraining zum Wettkampf
Wettkämpfe sind kein Muss, aber ein guter Gradmesser. Die unterste Ebene ist die Vereinsmeisterschaft, in Zerbst traditionell im Sommer in allen Disziplinen. Darüber liegen Rundenwettkämpfe, bei denen Mannschaften mehrerer Vereine über die Saison gegeneinander antreten, danach Bezirks- und Landesmeisterschaften und schließlich die Deutsche Meisterschaft des jeweiligen Verbands. Qualifikationen laufen über Ergebnisse, nicht über Beziehungen.
Für den Bedürfnisnachweis spielt die Wettkampfteilnahme eine Rolle, wenn Sie das Grundkontingent an Waffen überschreiten möchten. Nach § 14 WaffG verlangt die Behörde dann in der Regel den Nachweis regelmäßiger Wettkampfteilnahme. Für den Einstieg ist das nicht relevant, aber gut zu wissen, falls aus dem Hobby mehr wird. Die Teilnahme an Wettkämpfen setzt in der Regel Mitgliedschaft im entsprechenden Verband voraus, die über den Verein läuft.
Was auf 25 Metern geht und was nicht
Eine Raumschießanlage mit 25 Metern Bahnlänge deckt den Großteil der Kurzwaffendisziplinen vollständig ab: Präzision, Duell, Schnellfeuer und die Mehrdistanzdisziplinen des BDS lassen sich mit Wendescheiben und elektronischer Anzeige regelkonform trainieren. Auch Kleinkalibergewehr auf 25 Meter, Unterhebelrepetierer und viele Langwaffendisziplinen auf kurze Distanz sind möglich, solange die Zulassung bis 7.000 Joule eingehalten wird.
Disziplinen mit 50 oder 100 Metern, Wurfscheibenschießen und IPSC mit Bewegung über mehrere Stände brauchen andere Anlagen. Dafür nutzt der Verein Partnerstände für Trap, 300 Meter Long Range und IPSC. Für Sie bedeutet das: Die Basis trainieren Sie wohnortnah in Zerbst, die Spezialdisziplinen bei organisierten Ausflügen. Welche Distanzen für eine Disziplin vorgeschrieben sind, steht in der jeweiligen Sportordnung.
Disziplinen für Jugendliche
Der Einstieg in den Schießsport ist altersabhängig geregelt. Nach § 27 Abs. 3 WaffG dürfen Kinder ab 12 Jahren mit Luftdruckwaffen auf Schießstätten schießen, mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten und unter Aufsicht. Ab 14 Jahren kommen bestimmte Kleinkaliberwaffen hinzu, ebenfalls mit Zustimmung. Großkaliber bleibt Erwachsenen vorbehalten. Diese Staffelung spiegelt sich in den Jugendklassen der Verbände.
Luftpistole und Luftgewehr sind deshalb nicht nur Einsteigerdisziplinen, sondern vollwertige Wettkampfdisziplinen bis zur olympischen Ebene. Wer als Jugendlicher sauber mit Luftdruck beginnt, bringt Stand, Atmung und Abzug mit, wenn mit 18 Jahren der Wechsel zum Großkaliber möglich wird. In Zerbst trainieren Jugendliche unter Aufsicht lizenzierter Trainer, der Vereinsbeitrag ist für Schüler und Studenten ermäßigt. Mehr dazu im Beitrag Schießen für Jugendliche.